Fremdensitzung 2011 - ...endlich ist wieder

Überall im Lande gibt es jetzt Faschingsveranstaltungen. Doch in Geisa feierte man am letzten Samstag nicht alleine, sondern mit alten und neuen Freunden aus Ost und West. Eingeladen hatte der Geisaer Hinkelshagener Carneval Club die seit vielen Jahren befreundeten Vereine aus Viernau, Suhl, Steinbach und neue Gäste aus Weimar und Burghaun. Und die kamen alle mit den Besten aus ihren eigenen Programmen. So wirbelte das Tanzmariechen Lena Dücker (Viernau) als amtierende Thüringer Vizemeisterin als erste über die Bühne und brachte mit dieser beeindruckenden Leistung gleich den richtigen Schwung. Überhaupt konnten alle dargebotenen Tänze das Publikum nur Staunen lassen – die „Bad Girls“ als 007Bond-Girls aus Burghaun, der Gardetanz und der Showtanz aus Viernau und das Männerballett der „Weck Fress Gang“ zu ihrem leider letzten Auftritt in Geisa. Ein Feuerwerk an Akrobatik, interessanten und gut umgesetzten Themen und vor allem eine Vielfalt an Kostümen – 9 verschiedene Kostüme in 4 Tänzen – waren für Augen und Ohren ein Genuss.
Die Roten Bondgirls verwandelten sich in Black Ladies, gebrochene Herzen wurden zu Stimmungsaufhellern Lollis, Eistüten und Schokolade und die Männer wechselten von Geisterjägern über die von Polizisten gejagten Blues Brothers zu den Rettungsschwimmern von Baywatch.
Der Gardetanz der Vienauer Garde überzeugte wie alle anderen auch durch die tänzerischen Leistungen der Aktiven.
Doch nicht nur die Tänze waren hochkarätig, auch bei den Büttenreden übergaben die Präsidenten und Vizepräsidenten der geladenen Vereine die Mikrofone nacheinander.
Beginnen durfte der Vizepräsident des Viernauer Karnevalverein Frank Herrmann als Arzt, der wieder mal das deutsche Krankenversicherungssystem sprachgewandt und witzig unter die Lupe nahm.
Seit vielen Jahren in der Geisaer Bütt ein Garant für Sprachwitz und gute Laune waren sie auch in diesem Jahr erschienen – Bauchredner Rudi Butkus mit seinem Kumpel Charly aus dem Suhler Karnevalsverein Ikalla. Frech und spritzig erzählte dieser aus seinem Leben und man merkte, Rudi hat es nicht leicht mit ihm. Ganz nebenbei erfuhr das Publikum von einer zweiten Leidenschaft des Ikalla Präsidenten – er ist amtierender Thüringer Bratwurstkönig und am Sonntag auch noch auf der Grünen Messe in Berlin zu finden.
Als besonderes Highlight erschienen dann Pilot (Bernd Rost, Präsident des Handwerker Karnevalsverein Weimar) und Copilotin (Johanna Schmidt) vom „Traumland Express“ und präsentierten eine hervorragende und frei gesprochene Bütt über die Vorteile ihrer Airline. Bekannt waren beide bereits als „Indianer Jones und Lara Croft“ in der MDR Fernsehsitzung "Herrliches Närrisches Thüringen" der vergangenen Saison.
Musikalisch wurde es dann noch einmal mit dem Viernauer Quartett „Los Latrinos aus Mexiko“, die sich toll auf das Geisaer Publikum einstimmten und die heimliche Hymne „Mein Geis am Rain“ dem überraschten Publikum präsentierten - man kennt sich ja schon über viele Jahre.
Nach dem großen Finale aller Mitwirkenden auf der Bühne, bei dem sich wiederum der Viernauer Präsident und dessen Vizepräsident stimm- und textsicher mit dem Geisaer Liedgut zeigten, ging es weiter mit der Premiere der neuen Kapelle „Belconda“ aus Milz.
Sie begeisterte das Publikum in den folgenden Stunden und lernte auch noch zu vorgerückter Stunde den nicht so einfachen Geisaer Schlachtruf, der nach diesem Abend sicherlich wieder öfter in dem kleinen Rhönstädtchen zu hören ist.
Denn – endlich ist wieder Karneval in Geis‘.